Jill ist anders
Ein Kinderbuch zur Intersexualität von Ursula Rosen
DIE AUTORIN

Die Autorin

Ursula Rosen
+11.05.1952 in Lingen/Ems
1971 Abitur am Mädchengymnasium Thuine
1977 Staatsexamen für das Höhere Lehramt
Seit 1979 Lehrerin an einem Gymnasium in Niedersachsen.
Fächer: Biologie, Erdkunde, Seminarfach, Werte und Normen

- Seit vielen Jahren Beauftragte für Prävention
- Autorin des Artikels „Vom Umgang mit der Intersexualität“ UB 342,2009, Friedrich Verlag
- Mitautorin der Lehrermaterialien Biologie heute SII, 2012, Schroedel Verlag

Die Idee zu dem Kinderbuch „Jill ist anders“ entstand in einer Vollmondnacht – in solchen Nächten kann ich nicht schlafen. Am Vormittag hatte ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass Jill, das Kind einer Kollegin,  kein Junge war – wie ich es angenommen hatte, sondern ein Mädchen. Da ich mich bereits seit vielen Jahren für Aufklärung über Intersexualität einsetze und immer wieder erstaunt bin, wie selten ich auf Menschen treffe, die darüber Bescheid wissen, kam mir plötzlich die Idee, ein Buch für das Kindergarten- und Grundschulalter zu schreiben. Es gibt inzwischen einiges an Literatur zum Thema Intersexualität, aber diese Bücher sind meist für Erwachsene geschrieben. Das Kinderbuch „Lila“ des Selbsthilfe-Vereins Intersexuelle Menschen e.V. ist ein Aufklärungsbuch und richtet sich vorwiegend an intersexuelle Kinder. Mein Buch soll den Fokus eigentlich gar nicht auf die Intersexualität des Kindes Jill richten, sondern auf die Tatsache, dass Kinder verschieden sind und dass es gerade die Vielfalt ist, die unser Leben bereichert. In meiner Tätigkeit als Lehrerin erlebe ich es oft, dass Kinder sehr offen sind und mit der Tatsache, dass es Menschen gibt, die nicht eindeutig dem einen oder dem anderen Geschlecht zuzuordnen sind, überhaupt keine Probleme haben. Im Gegenteil. Meist sind sie erstaunt und wollen mehr darüber wissen.

So wie es heute schon Konsens ist, dass kein Kind wegen seiner Hautfarbe, seiner Größe oder seiner Sprache ausgegrenzt werden darf, sollte dies in möglichst naher Zukunft auch für Kinder gelten, die nicht in das Schema der zwei Geschlechter passen. Intersexuelle Kinder, Jugendliche und Erwachsene leben schon immer mitten in unserer Gesellschaft, aber erst seit einigen Jahren bröckelt das „Schweigegebot“, unter das sie von Anfang an gestellt wurden. Dieses Buch soll dazu beitragen, dass in naher Zukunft die Mutter eines Kindergartenkindes auf die Frage, ob das Kind denn nun Mädchen oder Junge sei, wie Jills Mutter antworten kann: „Das wissen wir noch nicht. Vielleicht ist es ja beides oder keins von beidem“. Dieser Traum kann sich vielleicht schon bald erfüllen. Noch schöner wäre es, wenn wir es schaffen könnten, bei Kindern das Geschlecht und deren Unterschiede nicht mehr so stark in den Vordergrund zu rücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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